La tapisserie de l’Apocalypse
EINDRÜCKE
GESCHICHTE
Beschaffenheit Auf sechs Elementen aus Wolle verteilen sich insgesamt 84 einzelne Szenen, die abwechselnd auf roten und blauen Untergrund gewebt sind. Jeder Teppich war im Original sechs Meter hoch, fünf davon 24 Meter lang, was eine Gesamtfläche von ca. 700 m² Gewebe ergibt. Die erhaltenen Reste der ursprünglichen Tenture von 140 Meter Länge sind 103 Meter lang und fünf Meter hoch. Für welchen Zweck oder welchen Raum diese Tapisserien gedacht waren, ist nicht verifizierbar. Vielleicht wurden sie auch nur bei großen Gelegenheiten innerhalb des Schlossbezirkes draußen unter freiem Himmel aufgehängt. Ganz allgemein hatten Wandteppiche im Mittelalter die Aufgabe, die Wohnungen oder die religiösen Gebäude vor Zugluft zu schützen und zu verschönern. Wie einige besondere Möbel wurden die Wandteppiche vom Eigentümer auf seinen Reisen mitgenommen. Als Geschenk spielten sie sogar in den diplomatischen Beziehungen zwischen den Prinzen eine Rolle. Aber die Teppiche von Angers unterscheiden sich schon durch ihre Größe von anderen Exemplaren und erfüllten vielleicht auch eine ganz andere Funktion. Geschichte Außenansicht der 1953–1954 erbauten Halle mit den Teppichen Möglicherweise handelte es sich um eine prunkvolle Ausstattung für den „Ordre de la Croix“, den Kreuzorden, den Ludwig I. um das Jahr 1370 gegründet hatte. Die Tatsache, dass der Teppich eine Fahne mit dem Kreuz mit einem doppelten Balken enthält, Zeichen der Verehrung des Herzogs für die Reliquie des echten Kreuzes in Anjou, lässt dies vermuten. Erst in der Barockzeit ging der Sinn für diese Kostbarkeit verloren. 1782 wurden sie zum Verkauf angeboten. Während der Französischen Revolution zerschnitt man sie und benutzte sie als Decken, Bettvorleger oder Abdeckplanen, um Orangenbäume im Winter vor der Kälte zu schützen. 1843 erwarb der Bischof von Angers einen großen Teil der Teppichfragmente von der Domänenversammlung zurück, andere fanden sich nach hartnäckigem Suchen. Trotzdem blieb etwa ein Drittel der Szenen für immer verloren. Die ursprünglich leuchtenden Farben sind noch auf der Rückseite zu sehen. Die Vorderseiten sind deutlich blasser geworden, daher auch die heutigen Maßnahmen gegen zu viel Licht. Das Gebäude, in dem sich der Teppichzyklus heute befindet, ist 1953–1954 extra für diesen Zweck errichtet worden. Fast vollständig erhalten blieb der erste Teppich, ebenso sind der vierte und fünfte in alter Größe vorhanden. Von den anderen blieben Einzelszenen und Fragmente übrig, die sich nicht mehr in allen Fällen einem bestimmten Teppich zuordnen lassen. Themen des Zyklus Die Visionen der Offenbarung des Johannes werden auf jedem Einzelteppich von Angers in zwei übereinanderliegenden Reihen, jede sieben Bilder enthaltend, dargestellt, also pro Teppich 14 Szenen. Die einzelnen Bilder haben abwechselnd einen roten oder einen blauen Hintergrund, sodass eine Art Schachbrettmuster entsteht. Unter jedem Bild stand ein Text, eine abgekürzte Aussage aus der Apokalypse, die jedoch größtenteils verloren gingen. Je länger sich die insgesamt neunjährige Arbeit an den Teppichen hinzog, desto mehr bemühte man sich, deren Qualität zu steigern. Die ersten Szenen haben allesamt einen einfarbigen Hintergrund. Später gruppierte man um die Figuren eine üppige Flora mit mehr oder weniger dichtem Blätter- und Blütenwerk und fügte Schmetterlinge hinzu. Die einzelnen Szenen Szene 9: Der Rappe und die Hungersnot (Drittes Siegel) Szene 10: Das bleiche Pferd und der Tod (Viertes Siegel) Szene 18: Der Schiffbruch (Zweite Posaune) Szene 19: Der Wermut (Dritte Posaune) Szene 20: Der Adler Unheil (Vierte Posaune) Szene 23: Das Reitervolk Szene 34: Der Erzengel Michael bezwingt den Drachen Szene 38: Das Tier aus dem Meer Szene 39: Die Anbetung des Drachen Szene 66: Der Untergang des von Teufeln eingenommenen Babylon Szene 70: Die Tiere werden in den feurigen Pfuhl geworfen Szene 73: Das neue Jerusalem Die Zahlenangaben entsprechen dem Registrierungsverzeichnis des Wandteppich-Zyklus und der Nummerierung der Galerie der Apokalypse im Schloss Angers. Kursive Schrift bedeutet, dass die Szene verloren ging.
(Quelle: Wikipedia)
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