Eindrücke

Alesia. Bekannt aus Asterix und Obelix. Wobei: „Alesia? Ich kenne kein Alesia …“

Hier fand die historische Entscheidungsschlacht statt, in der Julius Cäsar die unter Vercingetorix vereinigten gallischen Stämme besiegte.

In Alise-Sainte-Reine steht heute das Vercingetorix-Denkmal. Oberhalb des Ortes befindet sich die Ausgrabungsstätte. Dazu kommt der MuséoParc Alésia, ein Museum über die Gallier, das allein durch seine Architektur sehr interessant ist. In der Außenanlage wurde außerdem ein römisches Fort nachgebaut.

Diese drei Orte lohnen sich auf jeden Fall. Sie symbolisieren die „mythische“ Geburt der französischen Nation. Mal ganz davon abgesehen, dass wir – im Gegensatz zu Majestix – heute wissen, wo Alesia tatsächlich liegt.

Geschichte

Die Alesia umgebenden steil aufragenden Kalksteinfelsen boten der Siedlung eine natürliche Verteidigungsanlage, wie es auch bei den meisten Hügeln der sie umgebenden Hochebene der Fall war. Der Ort war damit besonders für die menschliche Besiedlung geeignet. Das gallische Oppidum war mit ca. 97 Hektar Ausdehnung eines der größten Galliens und mindestens seit 80 v. Chr., gegen Ende der Latènezeit, dauerhaft bewohnt.

Die wehrhaften Steilfelsen vor allem im Westen und ihre durch Erosion entstandenen Breschen wurden durch hochgeführte Steinmauern ergänzt und verstärkt. Im Osten und Südwesten des Plateaus errichtete man befestigte Eingangsportale, wie sie von den Wehranlagen des Murus Gallicus bekannt sind, etwa von Bibracte. Gallische Lebensräume (Siedlungen) wie diese wurden aus leichten Materialien gebaut, aus tragenden Säulen und Holzrahmen, Lehmwänden aus Flechtwerk mit Strohlehm, Strohdächern und Lehmböden. Ihre archäologischen Nachweise sind oft selten und dürftig, weil diese Materialien durch Verwitterung nur wenige Spuren hinterlassen. Sie sind aber für Alesia belegt.

Keltische Siedlungsform Keltische Bauweise Das gesamte städtische Ensemble wurde von befestigten axialen Straßen strukturiert. Sicher ist, dass sich gemeinschaftliche Wohnformen in der Mitte des Oppidums um einen Haupttempel gruppierten. In nördlicher Richtung gab ein starkes Palisadengehege einen Hinweis auf einen wichtigen Raum, vermutlich ein weiteres Heiligtum. Ein solcher Raum wurde in der gallischen Epoche immer zu Ehren eines heimischen Gottes eingerichtet. Hier war es Ucuetis, ein Handwerkergott, nachgewiesen durch eine gefundene gallische Weiheinschrift.

Die vermutlich Bronze und Eisen verarbeitende Metallurgie war hier offensichtlich ein geschätztes Kunsthandwerk und schien einen entscheidenden Platz in der Wirtschaft des Oppidums gehabt zu haben. Ein weiteres gallisches Heiligtum gab es offensichtlich am östlichen Ende des Plateaus, aber außerhalb des Verteidigungssystems. Es lag an einer Quelle und war einem anderen gallischen Gott gewidmet, dem Gott Moritasgus. Moritasgus ist ein keltischer Name für einen heilenden Gott. Die Bezeichnung wurde in einem Gewölbe bei Alesia gefunden; in zwei Inschriften wird er identifiziert mit dem griechisch-römischen Gott Apollon.

Seine Gemahlin war die Göttin Damona. Die Widmung an die Götter deutet auf die Präsentation eines Schreins an der Heilquelle hin, wo kranke Pilger in heiligem Wasser baden konnten. Das Heiligtum soll nahe dem Ostportal Alesias vor den Toren der Stadtmauer gelegen sein, beeindruckend mit seinen Bädern und einem Tempel. Daneben gab es Säulenhallen, in denen die Kranken schliefen, vermutlich in der Hoffnung auf göttliche Visionen und Heilungen. Zahlreiche Votivgaben brachten die Pilger dem Moritasgus dar.

Es handelte sich dabei um kleine Modelle der erkrankten Körperteile wie Gliedmaßen, innere Organe, Genitalien, Brüste und Augen. Ebenso wurden Werkzeuge von Chirurgen gefunden, was darauf hindeutet, dass die Priester auch medizinische Eingriffe vornahmen. Der Name Moritasgus stammt aus dem ersten Jahrhundert v. Chr., war im Gebrauch bei den Senonen und wird verschieden gedeutet. Wahrscheinlich bedeutet er „Super-Dachs“ oder „Seedachs“.

Der europäische Dachs produziert ein Sekret, das in gallischen Medikamenten Verwendung fand, was zu einer heilenden Verbindung mit dem Gott führte. Gallorömische Weiheinschrift, kopiert (Handskizze) Gallische Weiheinschrift, dem Handwerkergott Ucuetis aus dem 2. Jh. Chr. gewidmet, mit Nennung der Stadt ALISIIA (gallisch Alesia): Sie lautet auf Deutsch: „Martialis, der Sohn des Dannotalus, hat dem Ucuetis dieses Heiligtum zusammen mit den Metallhandwerkern, die diesen Gott in Alesia verehren, geweiht.“ Die spektakulärste Entdeckung der letzten Jahre (1994) betrifft den Murus Gallicus von Alesia bei der heutigen kleinen Siedlung En Curiot nahe dem heutigen Eingang zur Statue des Vercingetorix.

Ausgrabungen deckten dort einen bedeutenden Teil des Walls, einen Tiefpunkt des Verteidigungswerks, auf. Diese mit dem Gelände verbundenen Konstruktionen lassen vermuten, dass das Westportal des Oppidums in diesem Sektor lag. Auf der Innenseite des Walls wurden die Überreste von fünf gallischen Häusern entdeckt, die in einem Bereich um einen kleinen, leeren Raum angeordnet waren. Sowohl die Bauten an sich als auch das reichliche homogene Geschirr, etwa kampanische und gallische Keramik, italienische Weinamphoren, aber auch Fibeln und Fragmente von eisernen Waffen (Pfeilspitzen, Scheiden von Schwertern und Schilde) werden datiert auf eine Zeit vor der Schlacht von 52 v. Chr.

All das wurde in einem Bereich des Oppidums gefunden, der bei der Belagerung Alesias dicht besetzt war. Über den Hügel von Alesia führte damals auch eine strategische Handelsstraße vom Ärmelkanal bis zum Mittelmeer. Die Eroberung Galliens Gaius Julius Caesar, Standbild aus dem 17. Jhd. Cäsars Feldzüge im gallischen Krieg Der gallische Krieg (lateinisch bellum gallicum) fand zwischen den Jahren 58 und 53 v.

Chr. statt. Römische Legionen unterschiedlicher Anzahl unter der Führung des Feldherrn Gaius Iulius Caesar (* 100 v. Chr.; † 44 v. Chr.) zogen in den Sommermonaten gegen zahlreiche gallische Stämme, deren Kämpfer sich überwiegend in Gruppen zusammengefunden hatten, aber auch einzeln kämpften, wobei sie meist unterschiedlichen Anführern unterstellt waren.

Die römischen Militärerfolge stellten sich sehr rasch ein, und die Römer drangen in den Folgejahren bis nach Britannien vor. Allein die Schlacht um das gallische Oppidum Gergovia zu Beginn des Jahres 52 v. Chr. endete mit einem strategischen Rückzug Caesars. Dem gallischen Anführer Vercingetorix (* ca.

82 v. Chr.; † 46 v. Chr. in Rom) war kurz vorher von den meisten gallischen Stämmen im Oppidum Bibracte der Oberbefehl für den Kampf gegen Caesar übertragen worden. Die Schlacht am Armançon war ein Reitergefecht zwischen Caesars germanischer Kavallerie und der des Vercingetorix im Spätsommer 52 v.

(Quelle: Wikipedia)

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