Château de Châteneuf
EINDRÜCKE
GESCHICHTE
Auf Veranlassung Jean de Chaudenays, von dessen eigener, etwas südlicher gelegener Burg heute nur noch Ruinen existieren, wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ein Teil von seiner Seigneurie abgetrennt. Dieser Teil wurde Châteauneuf benannt und an seinen jüngeren Sohn Jean gegeben. Zuvor hatte der Vater für ihn aber noch eine erste, einfache Burg am heutigen Ort errichtet, die als castrum novum bezeichnet wurde. Dabei handelte es sich um einen fast quadratischen Wohnturm aus Stein, den sein Sohn um 1175 bezog.
Er nannte sich fortan Jean de Châteaufneuf. Pierre I. de Châteauneuf erweiterte den bestehenden Bau in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts um eine Ringmauer und einen Halsgraben zum Schutz gegen englische Truppen, die im Zuge des Hundertjährigen Kriegs durch Burgund zogen. Die kleine Anlage nahm damit etwa den nördlichen bis zum heutigen Tor reichenden Burgbereich ein.
Sein Enkel Simon de Châteauneuf und dessen Sohn Poinçot vergrößerten den Burghof nach Südosten um einen etwa quadratischen Bereich und umgaben die gesamte Burganlage mit einer neuen Ringmauer. Um 1420 ließ Guy(ot) de Châteauneuf südlich an den Wohnturm ein kleines Logis im Stil der Spätgotik anbauen. Seine Tochter Catherine war die letzte ihrer Familie, welche die Burganlage bewohnte. Sie starb 1465 auf dem Scheiterhaufen, weil sie ihren zweiten Mann Jacques d’Aussonville vergiftet hatte. Philippe Pot (hier eine Abbildung aus dem Wappenbuch des Ordens vom Goldenen Vlies) ließ die Burg Châteauneuf maßgeblich erweitern.
Herzog Philipp der Gute zog ihren Besitz ein und gab ihn im April 1457 seinem Kanzler und späteren Großseneschall von Burgund Philippe Pot, Herr der Burg La Rochepot. Dieser nahm diverse Umgestaltungen und Erweiterungen der Burganlage vor. Er verstärkte die Ringmauer mit Türmen, die alle von schlanken Treppentürmen erschlossen werden. Zwei davon bewachen das von ihm neu angelegte Portal im Nordosten. Zeitgleich ließ Pot ein prachtvolles neues Logis, heute Großes Logis (französisch Grand Logis) genannt, an das alte der Châteauneufs anfügen und eine Burgkapelle errichten.
Letztere wurde 1481 eingeweiht. Der Bau eines weiteren Gebäudes, das sich im südlichen Bereich an die östliche Ringmauer anlehnt, komplettierte die Anlage. Vermutlich stammt von ihm auch das nur über eine Zugbrücke erreichbare Tor im Südosten. Nach dem Tod Philippe Pots 1493 erbte sein Bruder Guyot die Burg. Dessen Sohn Regnier starb kinderlos, sodass der Besitz an seine Schwester Anne Pot kam.
Sie war seit 1484 mit Guillaume, baron de Montmorency, verheiratet und brachte die Anlage an diese einflussreiche Familie. Die Witwe ihres Sohnes Anne, des Connétable von Frankreich, schenkte die Burg ihrem drittgeborenen Sohn Charles. Dessen militärische Karriere im Dienste Frankreichs brachte es mit sich, dass er sich kaum auf seiner Burg aufhielt und sie deshalb von einem Getreuen namens La Villeneuve verwalten ließ. Dieser konnte sie 1590 während der Hugenottenkriege erfolgreich gegen eine Belagerung durch Jacques Chabot, Marquis de Mirebeau, verteidigen. Charles de Montmorency hinterließ den Besitz bei seinem Tod 1612 seiner Nichte Madeleine, der einzigen Tochter von Charles’ Bruder Guillaume de Montmorency, seigneur de Thoré.
Aus deren Ehe mit Henri de Luxembourg, Herzog von Piney und Fürst von Tingry, entstammten die zwei Töchter Marguerite-Charlotte und Marie-Liesse, welche die Anlage 1627 für 66.000 Livres an Charles de Vienne, Graf von Commarin, verkauften. Der neue Besitzer ließ diverse Räume des Grand Logis entsprechend dem Zeitgeschmack umgestalten und dessen Hoffassade verändern. Dazu gehörte zum Beispiel das Einsetzen neuer Fenster und der Umbau des kleinen Portals zu seiner heutigen Gestalt. Die Familie de Vienne blieb bis 1767 im Besitz des Anwesens, jedoch wurde es lange Zeit nicht regelmäßig bewohnt und verfiel allmählich. Wegen finanzieller Probleme veräußerte Louis-Henri de Vienne die Burg Châteauneuf für 340.000 Livres an den Pariser Bankier Jean Pâris de Montmartel.
Aber schon 1783 wechselte die Anlage erneut den Besitzer, denn die Erben von Jean Pâris’ kinderlos verstorbenem Sohn Armand Pâris mussten sie für 370.000 Livres an Jacques François de Damas, Marquis von Antigny, verkaufen, um Armand Pâris’ Schulden begleichen zu können. Adélaide Louise Zéphirine, die Erbtochter von Jacques François’ Sohn Charles, brachte die Burg durch ihre 1802 geschlossene Ehe mit Charles-François de Vogüé an dessen Familie. Im 19. Jahrhundert fand eine erste Restaurierung der Bauten statt. Dabei wurde die Vertäfelung der Kapelle in das Schloss Commarin transferiert, das ebenfalls der Familie Vogüé gehörte.
Außerdem fand der Einbau einiger spätgotischer Kamine im Grand Logis statt. Sie stammten ursprünglich aus dem Schloss von Courcelles-lès-Semur. Im Jahr 1902 folgte eine zweite Restaurierung unter Charles Suisse. Charles de Vogüé schenkte den Besitz im Jahr 1936 dem Staat. Der ließ dort während des Zweiten Weltkriegs die wichtigsten 912 Exponate aus dem Musée des Beaux-Arts von Dijon sowie die wertvollsten Bestände der Dijoner Bibliothek und des Département-Archivs aufbewahren, um sie vor Kriegseinwirkungen zu schützen.
Seit dem 1. Januar 2008 ist der Regionalrat Burgunds Eigentümer der Burg. Er ließ seitdem weitere Restaurierungen und Instandsetzungsarbeiten vornehmen.
(Quelle: Wikipedia)
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