



Eindrücke
Das Château de Brissac ist eines dieser Schlösser, die auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken. Auf vielen Bildern steht das Schloss einfach nur, umgeben von „Wiese“. Man erwartet eigentlich nichts Besonderes. Je näher man kommt, desto beeindruckender wird es allerdings.
Eine schöne Parkanlage befindet sich rund um das Schloss.
Außergewöhnlich ist die Mischung aus alter und neuer Bauzeit. Zwei Türme der ursprünglichen Burg stehen noch teilweise und das spätere Schloss wurde direkt an und in diese alten Mauern angebaut. Etwas Einzigartiges an diesem Schloss.
Was selten ist: Das Schloss ist bewohnt und demzufolge nicht komplett zu besichtigen.
Das Schloss ist vollständig eingerichtet. Am Ende der Tour landet man unweigerlich im Weinkeller. Dort kann man verschiedene Weine kostenlos probieren und seinen Favoriten anschließend direkt kaufen.
Einzigartig ist auch das Theater im Obergeschoss des Schlosses, in dem nach der Restaurierung heute wieder Vorstellungen stattfinden.
Geschichte
Schloss Brissac wurde im 11. Jahrhundert von den Grafen von Anjou als Befestigung errichtet. Mitte des 15. Jahrhunderts ließ Pierre de Brézé ein mittelalterliches Schloss mit mächtigen Rundtürmen erbauen, von denen zwei bis heute erhalten sind. 1502 ging Brissac an René de Cossé über. Seine Nachkommen, die Herzöge von Brissac, besitzen das Schloss noch heute.
Während der Religionskriege unterstützte Charles II. de Cossé-Brissac zunächst die Katholische Liga, erkannte später jedoch Heinrich IV. als König an und ermöglichte ihm 1594 die nahezu kampflose Einnahme von Paris. Als Dank erhob Heinrich IV. Brissac 1611 zum Herzogtum und gestattete den Wiederaufbau des im Krieg stark beschädigten Schlosses.
Ab 1601 sollte das alte Schloss durch einen monumentalen Neubau mit drei Flügeln und sieben bis acht Stockwerken ersetzt werden. Nach dem Tod Charles’ II. im Jahr 1621 wurden die Arbeiten eingestellt, sodass der Bau unvollendet blieb.
Der fünfstöckige Hauptflügel wurde zwischen den beiden erhaltenen Rundtürmen des mittelalterlichen Schlosses errichtet. Zwei weitere Trakte umschließen mit ihm einen engen Innenhof. Von den geplanten niedrigeren Seitenflügeln wurde nur der Abschnitt zwischen dem Hauptpavillon und dem Südturm fertiggestellt. Die ursprünglich vorgesehene symmetrische Gesamtanlage wurde nicht verwirklicht.