Château de Talcy
Renaissancearchitektur
Die Anlage zählt zu den bedeutenden Renaissancebauten ihrer Region.
Historische Bedeutung
Das Schloss spielte über Jahrhunderte eine wichtige politische oder kulturelle Rolle.
Gartenanlagen
Historische Gartenbereiche prägen das Gesamtbild der Anlage.
Die Anlage zählt zu den bedeutenden Renaissancebauten ihrer Region.
Historische Bedeutung
Das Schloss spielte über Jahrhunderte eine wichtige politische oder kulturelle Rolle.
Gartenanlagen
Historische Gartenbereiche prägen das Gesamtbild der Anlage.
EINDRÜCKE
GESCHICHTE
Eigentümer und Bewohner Die Ursprünge des heutigen Schlosses gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück, als Talcy eine Seigneurie war. 1221 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte die Domäne zu jener Zeit der aus Beaugency stammenden Familie St. Lazare. 1466 erwarb der aus Paris kommende Anwalt Pierre Simon den Besitz und vererbte ihn an seinen Sohn Jean, über den er an Pierres Enkel Philippe kam.
Als Philippe ohne männliche Nachkommen starb, ging Talcy an dessen Bruder Jean, der conseiller clerc im Parlement de Paris war und später Bischof von Paris wurde. Nach seinem Tod 1502 kamen das Schloss und die Seigneurie an Jeans Schwester Marie, die sie am 8. November 1517 an Bernard Salviati verkaufte. Der Florentiner Kaufmann und Bankier stand im Dienste Franz’ I. und war durch Heirat ein Verwandter der Katharina von Medici.
Durch Umbauten und Erweiterungen gab er dem Schloss seine heutige äußere Gestalt. Bernard und seine Frau Madeleine de La Tour d’Auvergne hatten eine Tochter namens Cassandre, der Pierre de Ronsard anlässlich eines Balls am 25. April 1545 im Schloss Blois begegnete und in die er sich verliebte. 1552 veröffentlichte Ronsard eine Gedichtsammlung mit dem Titel Amours de Cassandre, obwohl die Angebetete sein Werben nicht erhörte und einen anderen Mann heiratete. Cassandres Bruder Jean wurde nach dem Tod des Vaters neuer Schlossherr.
Seine gutaussehende Tochter Diane, die er gemeinsam mit seiner Frau Jacquette Malon de Bercy hatte, war die zweite Frau der Familie, die einem französischen Schriftsteller den Kopf verdrehte. In diesem Fall war es der junge Théodore Agrippa d’Aubigné, welcher der schönen Salviati-Tochter seine erste Gedichtsammlung Le Printemps widmete. Zur Zeit Jeans spielte das Schloss Talcy für wenige Tage auch eine wichtige Rolle in der französischen Geschichte, denn dort trafen sich am 28. und 29. Juni 1562 die Regentin Katharina von Medici und ihr noch unmündiger Sohn Karl IX.
mit Vertretern der Hugenotten wie Antoine de Bourbon und Louis I. de Bourbon zur sogenannten Konferenz von Talcy. Während dieses Treffens versuchten die beiden Parteien, den Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Hugenotten im französischen Königreich ein Ende zu bereiten, hatten aber keinen Erfolg. Dianes Bruder Forese wurde nach dem Tod des Vaters neuer Herr von Talcy und heiratete Isabelle Sardini, die Tochter des Schlossherrn von Chaumont, Scipione Sardini. Ihre gemeinsame Tochter, die wie ihre Mutter Isabelle hieß, ließ seit langer Zeit als erste wieder einige baulichen Veränderungen am Schloss durchführen.
Noch bis 1668 blieb die Anlage im Besitz der Salviatis, dann erwarb sie Antoine de Preuilly, der sie aber bereits 1674 an Blanchard de St. Martin weiterverkaufte. Über dessen Erben kam Talcy an Jérémie Burgeat, der einer Familie königlicher Offiziere entstammte, die um 1720 in den Adelsstand erhoben wurde. Drei Generationen der Familie Burgeat besaßen das Schloss, ehe es 1780 an Elisabeth Gastebois, eine Bankierswitwe, verkauft wurde. Durch die Heirat ihrer Enkelin Marie-Madeleine Pierrette Vincens mit Philipp Albert Stapfer kamen die Gebäude 1834 an diese Schweizer Familie von Bankiers und Diplomaten.
Später lebte auch ihr Sohn Albert Stapfer mit seiner Familie auf dem Schlossanwesen. Nach dem Tod der letzten Schlossbewohnerin wurden 1931 die Schlossbibliothek und das Archiv von Talcy versteigert und das Anwesen von den Erben am 16. Februar 1932 an den französischen Staat verkauft. Im Kaufvertrag hielt man fest, dass die erhaltenen Möbel, Tapeten und Tapisserien nicht aus dem Schloss entfernt werden durften. Dieser Vertragsklausel verdankt die Anlage ihre außergewöhnlich vollständige Inneneinrichtung.
Baugeschichte Ältester Teil der Schlossanlage ist der heutige Donjon. Nach dem Erwerb Talcys durch Bernard Salviati erhielt dieser am 12. September 1520 vom Erzbischof von Toulouse, Jean dʼOrléans-Longueville, die Erlaubnis, ein festes Haus zu bauen und es mit Mauern, Gräben, Türmen, Schießscharten und sonstigen wehrhaften Elementen auszustatten. Als Bedingungen für diese Erlaubnis nannte der Erzbischof, der als Seigneur von Beaugency Feudalherr Talcys war, dass Bernard sich weder Burgherr nannte noch eine eigene Leibgarde aufstellte. Aber der neue Herr Talcys machte von der Erlaubnis zur Befestigung keinen echten Gebrauch, denn das Schloss besaß zum Beispiel nie einen Graben und damit auch keine Zugbrücke.
Und selbst die architektonischen Elemente, die augenscheinlich wehrhaft waren, hatten keine echte Wehrfunktion mehr, sondern waren mehr dekorativer Art. Obwohl Salviati Italiener war, ließ er ab 1520 kein Schloss im Stil der italienischen Renaissance errichten, wie sie allerorten im Loiretal zu jener Zeit üblich waren, sondern baute ein nüchternes Landschloss in der Schlichtheit französischer Architekturtradition. Möglicherweise nutzte er dabei schon vorhandene, ältere Bausubstanz eines durch die Familie Simon 1480 errichteten Torbaus. Neu hinzu kamen jedoch der heutige Südflügel und ein erster Teil des Ostflügels. Kurz nach deren Fertigstellung folgte der Bau des zweiten, nördlichen Teils des Ostflügels.
Dieser Flügel wurde 1638 durch Isabelle Salviati verändert. Sie ließ die heutigen Ochsenaugen ausbrechen und Lukarnen mit Volutengiebel im Dachgeschoss errichten. Auch im Inneren ließ sie in der Zeit zwischen 1633 und 1643 Umbauten vornehmen. So wurde unter anderem der Gardensaal umgestaltet und das Esszimmer mit einer neuen Täfelung ausgestattet. Außerdem stammen mehrere Kamine des Schlosses aus jener Zeit, zum Beispiel derjenige des Großen Salons.
Erneute Veränderungen fanden erst wieder während des 18. Jahrhunderts unter der Familie Burgeat statt. Sie ließ die alten Schlossgebäude mit einigem Komfort ausstatten und gab den Gärten ihr heutiges, barockes Aussehen, indem sie den Nutzgarten neu bepflanzen ließ. Außerdem legte sie einen Fischteich an und errichtete eine Orangerie. 1835 ging es mit dem Schloss wirtschaftlich bergab, was sich in Umgestaltungen des Parks bemerkbar machte.
78 Hektar seiner Fläche wurde durch Rodung zu landwirtschaftlichen Flächen für den Pächter der Gebäude im Wirtschaftshof umfunktioniert. Der allmählich verwahrloste Garten wird seit 1996 wiederhergestellt. Die letzten Bauarbeiten am Schloss fanden ab 2005 statt und dauerten ein Jahr. Sie dienten der Restaurierung einiger Räume und ihrer Ausstattung.
(Quelle: Wikipedia)
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