Chateau Loches
EINDRÜCKE
GESCHICHTE
Bis 10. Jahrhundert Bereits im 5. Jahrhundert existierte in Loches ein vicus, der Ende jenes Jahrhunderts von Gregor von Tours zum ersten Mal erwähnt und 741 geschleift wurde. Im Jahr 742 fand dann eine Befestigungsanlage als mota Erwähnung, die in späteren Aufzeichnungen als castrum bezeichnet wurde. Karl der Kahle überließ die Burg 840 seinem treuen Ritter Adeland, der sie seiner Enkelin Roscille schenkte.
Sie hatte den Grafen von Anjou, Fulko den Roten, geheiratet, den Sohn des Vicomtes Ingelger, und brachte die Burg somit an seine Familie. Von Fulko dem Roten kam die Anlage über seinen Sohn Fulko den Guten an dessen Sohn Gottfried Grisonelle. Der ließ 962 eine Marienkirche an der Stelle erbauen, wo zuvor schon die kleine, schlichte Kirche Sainte-Marie-Madeleine gestanden hatte, die im 5. Jahrhundert durch den Heiligen Eustochius, Bischof von Tours, errichtet worden war. Diese Marienkirche war der Vorgänger der heutigen Stiftskirche Saint-Ours, die bis in das 19.
Jahrhundert noch den Namen Notre-Dame trug. Auch das castrum selbst wurde neu errichtet. Unklar ist, wer der Bauherr war. Fest steht lediglich, dass der Neubau zum Schutz gegen die Invasion der Normannen, die im 10. Jahrhundert die Touraine überfielen, errichtet wurde.
und 12. Jahrhundert Richard Löwenherz (rechts) und Philipp II. August (links) stritten lange um die Burganlage in Loches. Gottfried Grisonelles Sohn Fulko Nerra wird die Errichtung des Donjons zugeschrieben, dessen Baubeginn nach Meinung von Bauforschern in die Zeit von 1013 bis 1035 fiel. Fulko ließ während seiner Regierung als Graf von Anjou (987 bis 1040) ein dichtes Netzwerk von Befestigungsanlagen errichten, die in Abständen von etwa 30 Kilometern in der gesamten Grafschaft erbaut wurden und so die Machtansprüche seines Hauses sichern sollten.
Aus diesem Grund war der Donjon in Loches stark befestigt. Nach dem Tod Fulko Nerras erbte sein Sohn Gottfried Martel die Burg. Da dieser aber ohne männliche Nachkommen starb, kam die Anlage 1060 erst an seinen Neffen Gottfried den Bärtigen und später an dessen Bruder Fulko den Zänker. Im Zuge dauerhafter Auseinandersetzungen mit den Grafen von Blois-Chartres wurde die Burg seit ihrer Errichtung durch die Grafen von Anjou ständig weiter befestigt. Im 12.
Jahrhundert war die Burg in Loches Schauplatz jahrelanger Belagerungen, als Heinrich II. von England und seine beiden Söhne Johann Ohneland und Richard Löwenherz mit dem französischen König Philipp II. August um den Besitz der Touraine kämpften. Als Gottfried der Schöne, Enkel Fulkos des Zänkers, 1128 durch Heirat mit Matilda von England, Enkelin und Erbin Wilhelms des Eroberers, in das englische Königshaus einheiratete, beanspruchte der französische König die Anlage für sich und löste damit einen Jahrzehnte dauernden Streit um den Besitz aus. Gottfrieds Sohn Heinrich II.
erbte die Burg um 1150, verlor sie aber 1189 im Zuge familiärer Streitigkeiten an seinen Sohn Richard Löwenherz, obwohl er sie – wie ganz Loches – weiter befestigt hatte. Nachdem Richard Löwenherz auf seinem Rückweg vom Dritten Kreuzzug gefangen genommen worden war, überließ sein jüngerer Bruder Johann Ohneland die Burg Loches im Jahr 1193 vertraglich der französischen Krone, doch bereits 1194 wurde sie durch Richard im Handstreich zurückerobert. Es dauerte nur drei Stunden, bis sich die Anlage wieder in englischer Hand befand. Bereits um 1150 war die heutige Stiftskirche im Stil der Romanik in Nähe des Donjons erbaut worden. Da jedoch schon kurz nach Bauabschluss das Dach des Kirchenschiffs eingestürzt war, veranlasste der damalige Prior Thomas Pactius um 1165 die Errichtung zweier achtseitiger Gewölbe über dem Kirchenschiff und deren Überdachung durch zwei Duben.
und 14. Jahrhundert Nach dem Tod Richard Löwenherz’ erbte sein Bruder Johann den Locher Besitz, den Philipp II. August während eines Französisch-Englischen Kriegs im Jahr 1204 angriff. Johanns Kastellan Gerard d’Athée verteidigte die Burg erbittert, doch nach einjähriger Belagerung musste er die isolierte Burg Ostern 1205 übergeben. Philipp II.
ernannte den Connétable Dreux IV. de Mello zum neuen Kastellan von Loches. Das Amt war mit entsprechenden Privilegien und Einnahmen verbunden, doch die Vergabe wurde unter der Prämisse getätigt, dass die französische Krone dieses Amt jederzeit widerrufen und die damit verbundenen Ländereien zurückfordern konnte. Über den kinderlosen Dreux V. de Mello, Sohn Dreux’ IV., ging das Amt an seinen Neffen Dreux VI.
von Mello über. Als Ludwig der Heilige Loches für sich zurückforderte, verweigerte Dreux VI. die Rückgabe und ließ sich erst 1249 gegen eine jährliche Rente von 600 Livres umstimmen. Ludwig der Heilige verleibte die Anlage endgültig der französischen Krondomäne ein. Sie verblieb bei ihr bis zur Französischen Revolution.
Zwar wurde sie während des Hundertjährigen Krieges durch englische Truppen belagert, konnte aber nicht eingenommen werden. Jahrhundert Karl VII. machte das Schloss Loches zu seiner Hauptresidenz; Porträt von Jean Fouquet aus dem 15. Jahrhundert im Louvre. Karl VI.
von Frankreich hatte während seiner Regierungszeit Ende des 14. Jahrhunderts damit begonnen, am nordöstlichen Ende des Felsplateaus ein neues Wohnhaus zu errichten, dessen Fertigstellung jedoch erst unter seinem Nachfolger Karl VII. erfolgte. Auch ließ Karl VI. um 1415 im Bereich des Donjons den Bau eines halbrunden Gefängnisturms beginnen, der anfangs den Namen Neuer Turm trug, heute jedoch Turm Ludwigs XI.
(Quelle: Wikipedia)
Direkter Link
Chateau Loches