


Mit 7,00 € ist der Eintritt – besonders im Vergleich zu den großen Schlössern – angemessen und das Château de Talcy auf jeden Fall einen Besuch wert. Geparkt haben wir kostenlos direkt neben dem Schloss.
Es ist ein kleines, überschaubares Schloss. Aber wie bei so vielen kleineren Schlössern liegt gerade darin sein Reiz: Die Räume sind eingerichtet, und man bekommt ein sehr gutes Gefühl dafür, wie das Leben dort einmal ausgesehen haben könnte. Laut Beschreibung ist die Innenausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert vollständig erhalten.
Im Esszimmer gibt es keine Absperrung, so das man um den Esstisch kann. Vor jedem Teller steht ein Namensschild mit dem Namen eines Gastes – darunter auch Alexander von Humboldt.
Zum Schloss gehört außerdem ein restaurierter Barockgarten, den wir leider nicht sehen konnten. Wegen der großen Hitze im Sommer 2026 schloss das Schloss bereits um 13:00 Uhr seine Tore.
Es war das einzige Schloss auf unserer Reise, das wegen der Hitze bereits mittags geschlossen hatte. Auf der Internetseite wurde darauf leider nicht hingewiesen; lediglich ein kleines Schild vor dem Eingang informierte darüber. Das haben wir bei unserer ersten „Anfahrt“ festgestellt. 😊
Außerdem gibt es hier ein Schlafzimmer für Karls IX. und für Katharinas von Medici, die hier im Jahr 1562 nächtigte.
Geschichte (Wikipedia)
Die Ursprünge von Talcy reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss vor allem ab 1517 unter dem Florentiner Kaufmann und Bankier Bernard Salviati, der im Dienste König Franz’ I. stand und mit Katharina von Medici verwandt war.
Mit der Familie Salviati ist auch französische Literaturgeschichte verbunden: Der Dichter Pierre de Ronsard verliebte sich in Bernards Tochter Cassandre und widmete ihr später seine berühmte Gedichtsammlung Amours de Cassandre.
Historische Bedeutung erlangte Talcy 1562, als sich Katharina von Medici und ihr Sohn Karl IX. hier mit Vertretern der Hugenotten trafen. Bei der sogenannten Konferenz von Talcy versuchte man erfolglos, den Konflikt zwischen Katholiken und Hugenotten beizulegen.
Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte das Schloss im 19. Jahrhundert an die Schweizer Familie Stapfer. 1932 wurde es an den französischen Staat verkauft. Im Kaufvertrag wurde festgelegt, dass die vorhandenen Möbel, Tapeten und Tapisserien im Schloss verbleiben mussten. Dieser Regelung verdankt Talcy seine bis heute außergewöhnlich vollständig erhaltene historische Inneneinrichtung.