Chateau Blois
EINDRÜCKE
GESCHICHTE
Geschichte und Schicksal des Schlosses waren bis zur Französischen Revolution unzertrennlich erst mit der Grafschaft Blois und anschließend mit dem Herzogtum Orléans verbunden. Bewohner und Besitzer Blois gehörte im 9. Jahrhundert zum Machtbereich der Robertiner und kam per Erbschaft im ersten Viertel des 10. Jahrhunderts an Thibaut l’Ancien, der erster Graf von Blois wurde. Dessen Sohn Thibaud I., le Tricheur genannt, legte den Grundstein für die Schlossanlage.
Als Thibaud IV. von Blois 1152 starb, teilten seine beiden ältesten Söhne die Besitzungen ihres Vaters untereinander auf. Blois kam an Thibaud V., dessen Enkelin Marie die Grafschaft und den Wehrbau durch ihre Heirat 1226 in die Familie von Châtillon brachte. Als Guy II. von Blois-Châtillon seinen einzigen Sohn und Erben verloren hatte, verkaufte er die Grafschaft Blois gemeinsam mit der Grafschaft Dunois 1391 für 200.000 französische Kronen an Louis de Valois, den Bruder König Karls VI.
und späteren Herzog von Orléans. Ludwig XII. machte Blois zur Hauptstadt des französischen Königreichs. Porträtgemälde Jean Perréals in Windsor Castle, um 1500 entstanden. Dessen Sohn Charles de Valois geriet 1415 bei der Schlacht von Azincourt in englische Gefangenschaft.
Während seiner Abwesenheit wurde die Anlage von seinem Stiefbruder Jean de Dunois verwaltet, der von dort aus die Praguerie organisierte. Charles zog sich 1440 nach Blois zurück und machte das Schloss zu einem Zentrum der Poesie und der Intellektuellen. Sein Sohn Louis, seit 1465 Herzog von Orléans, wurde 1498 als Ludwig XII. König von Frankreich. Er wählte seine Geburtsstadt Blois als Hauptresidenz und machte sie damit zur Hauptstadt des französischen Königreichs.
Ludwig hinterließ das Schloss 1515 seinem Nachfolger Franz I., der es ebenfalls als Hauptresidenz nutzte, weil seine Frau Claude de France sehr an der Anlage hing. Nach ihrem Tod im Juli 1524 wählte Franz I. Schloss Fontainebleau als bevorzugten Aufenthaltsort und widmete sich der Gestaltung von Schloss Chambord. Blois wurde anschließend nur noch für kurzzeitige Aufenthalte und Feste des französischen Hofs genutzt. Pierre de Ronsard lernte hier im April 1545 während eines Balls seine spätere Muse Cassandre Salviati kennen.
Vor allem während der Regentschaft Katharinas von Medici war das Schloss oft Veranstaltungsort für pompöse Feste und große Jagdgesellschaften. Wenngleich nicht mehr Hauptresidenz der französischen Könige, so hielten sich diese trotzdem noch häufig im Schloss Blois auf. König Heinrich III. rief dort im Dezember 1576 sowie Oktober 1588 die Generalstände zusammen und ließ am 23. Dezember 1588 im Schloss seinen Rivalen Henri I.
de Lorraine ermorden. Auch Ludwig XIII. stattete Blois 1616 gemeinsam mit seiner Frau Anne d’Autriche einen Besuch ab, ehe er seine Mutter Maria de’ Medici ab 1617 dorthin in die Verbannung schickte. Die Anlage blieb in königlichem Besitz, bis Ludwig XIII. das Schloss und die Grafschaft Blois 1626 mitsamt dem Herzogtum Orléans seinem Bruder Gaston anlässlich dessen Heirat mit Marie de Bourbon schenkte.
Der König tat dies nicht ohne eigennützige Hintergedanken; das Hochzeitsgeschenk war eher einer Art Exil gleichzusetzen, denn Ludwig XIII. entfernte auf diese Weise seinen intriganten Bruder vom Pariser Hof. Mit dem Tod Gastons 1660 endete die Ära des Schlosses als königliche Residenz endgültig. Lediglich Marie Casimire Louise de la Grange d’Arquien, Witwe des polnischen Königs Jan Sobieski, und Anna Jabłonowska, Mutter Stanislaus I. Leszczyńskis, nutzen die Anlage zeitweilig noch als Wohnsitz.
Ludwig XVI. plante, das Schloss abreißen zu lassen, und unterschrieb einen entsprechenden Befehl im Februar 1788. Bevor dieser jedoch ausgeführt werden konnte, fiel die Entscheidung, den Gebäudekomplex in eine Kaserne umzuwandeln, was die Anlage vor der Vernichtung bewahrte. Während der Französischen Revolution konfisziert, diente es noch bis in die Zeit des Empires als Kaserne und zeitweilig auch als Gefängnis für Kriegsgefangene. Anschließend stand der Abriss ein weiteres Mal zur Diskussion, ehe der Staat die Anlage am 10.
August 1810 der Stadt Blois schenkte, die heute noch Eigentümerin ist.
(Quelle: Wikipedia)
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